Scheppau
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Unser Museldorf Scheppau

 

Scheppau liegt in einem einsamen, romantischen Thale am Fuße des Rieseberges an dem kleinen Bache, die Scheppau genannt, wovon das Dorf selbst vermutlich seinen Namen erhalten hat.

In einer Urkunde aus dem Jahre 888 wird aufgeführt, daß Scheppau wahrscheinlich zum Kloster Corvey a.d. Weser gehörte. Eine Abschrift dieser Urkunde findet sich in einem Urkunden-Konvolut des römisch-deutschen Kaisers Otto der Große (912 - 973), aus dem Jahre 956 wieder. In dieser Urkundenzusammenstellung sind mehrere Ortschaften genannt, die auf der anderen Seite der Weser liegen. Unter den Orten „im Osten jenseits des Flusses Quacram gelegen“ befindet sich unter Nr. 8 der Ort Scheppau.

 

8) In Sephingi mansos quinque, quæ villa esse poterit Scheppau in præfectura Campensi   Otto obtinuit

 

In der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts wurde in der Gegend um den Schunterlauf aller Wahrscheinlichkeit nach Scheppau als frühkoloniale Siedlung gegründet. Vielleicht hat das erste Dorf, das möglicherweise einen anderen Namen gehabt hat, an der Stelle gelegen, die heute mit den Flurnamen „Auf der Dorfstätte“ und „Hinter der Dorfstätte“ bezeichnet wird, westlich der heutigen Dorflage. Noch um 1780 sind auf der sog. Dorfstelle Trümmer der ehemaligen Kirche und Turmgebäude erkennbar gewesen. Die Folgen der Separation haben seit der Mitte des 19. Jahrhunderts alle Reste beseitigt.

In Scheppau ist der seltene Fall eingetreten, daß eine Siedlungsstätte völlig aufgegeben und an einer anderen Stelle der Feldmark des neuen Dorfes aufgebaut worden ist. Welche schwerwiegenden Gründe die Landesherrschaft, die ja der Grundherr des Adelshofes und aller Bauernhöfe war, und daher uneingeschränkt verfügen konnte, dazu bewogen haben mögen, das alte Dorf aufzugeben, läßt sich heute nicht einmal mehr feststellen.

Vielleicht hat die Landesherrschaft nach einem allerdings nicht nachweisbaren, aber immerhin durch innere Fehden möglicherweise verursachten völligen Niederbrennen der alten Siedlung für das Gut einen mit einem Wassergraben geschützten Platz verlangt. Die Zinsbauern mußten sich natürlich bedingungslos dem Befehl fügen, der ihre Umsiedlung anordnet.

Nicht ganz so unbestimmt wie die Entstehung des Dorfes ist die Erklärung des Namens. Als älteste Namensgebung ist uns aus dem 14. Jahrhundert die Urkundenform „dorp to der Scepouwe“ überliefert

 

Namensgebung

Jahr

To der Scepouwe

1348

dorp to der Scheppauwe

1358

Scheppauwe

1413-1420

Schauppow

1446

Scheppow

1542

Scheppaw

1568

Scheppawe

1575

Scheppau

1950 (mundartlich)

 

Im Althochdeutschen bezeichnet „ouwe“ das Wasser, das Wasserland, das wasserreiche Wiesenland, kurzum die Aue schlechthin.

Das Pfarrdorf Scheppau ,das ca. 4 Stunden von Braunschweig und ca. 2 Stunden von Campen entfernt liegt, ist also nach dem Bach benannt, an dem es liegt.

Aus der frühen Vergangenheit weiß Scheppau allerhand zu erzählen. In der Zeit, als die kirchliche Organisation in unserem Gebiet noch im Werden war, gehörte das Dorf zum Bann (Kirchenkreis) Lucklum. Herzog Magnus I. von Braunschweig (1318 bis 1344), in dessen Territorialgebiet es lag, verpfändete es 1344 an Lippold von Stembeke und Ulrich von Sunstedt, im Jahre 1358 kam es an mehrere Bürger der Stadt Braunschweig, 1368 an die von Honlege (Hondelage) und von Saldern. Um 1381 hatte die Stadt Braunschweig finanziellen Anteil am Dorfe Scheppau, später gehörte es dieser Stadt ganz. Der Rat gab es jedoch 1384 schon wieder an die von Hondelage zurück, denen es anscheinend gewaltsam genommen worden war. In dem Vertrag vom 15. Juni 1384 heißt es, daß der Rat der Stadt Braunschweig denen von Hondelage den halben Lehrer Wohld und das Dorf Scheppau zurückgeben solle; dafür sei der Rat von Braunschweig aller Schuld und Schädigung ledig., die er denen von Hondelage zugefügt habe. Lange aber hat es diese Geschlecht nicht besessen, denn schon im Jahre 1399 gibt es Herzog Friedrich (1374 bis 1400) an Heinrich von Veltheim, 1381-1384 war die Stadt Braunschweig an der Pfandschaft beteiligt. 1490 ist es herzogliches Lehen der von Garssenbüttel, die es bis zu ihrem Aussterben des Geschlechts im Jahre 1625 besaßen. Auch ihre Nachfolger, die von Kißleben, haben es bis zum Aussterben des Geschlechts im Jahre 1782 als Lehen innegehabt. Sie haben das Dorf und das adelige Gut aber weiter verlehnt, zuerst an die von Steinberg, später an die von Völcker. Damals übte der Inhaber des adeligen Gutes die niedere Gerichtsbarkeit im Dorfe aus; die über die Feldmark und im Lehrer Wohld sowie die obere Gerichtsbarkeit lag beim fürstlichen Amte Campen, das zuerst lüneburgisch war und im Jahre 1706 zum Fürstentum Wolfenbüttel kam. Der Name Campen tritt in einer Urkunde von 1318 auf, das castrum Kampe von 1326; „dat slot, dat de Kamp het“ im Jahre 1348. Welch eine große Bedeutung das hier eingerichtete Gericht Campen um 1413-1420 (Stadtarchiv BS) gehabt haben muß, zeigt seine Ausdehnung über die Dörfer: Abbenrode, Beienrode, Boimsdorf, Brunsrode, Dibbesdorf, Flechtdorf, Gardessen, Hondelage Hordorf, Lehre, Rotenkamp, Rühme, Schandelah, Schapen, Scheppau, Scheverlinge, Walle, Thune, Volkmarode, Weddel, Wenden und Wendhausen zeitweilig auch Glentorf, Gliesmarode sowie Querum...1490 Gericht und Untergericht Herzoglicher Lehen an von Gerstenbüttel, aber 1665 nur Binnengerichtsbarkeit des Regenten, erst 1772 - 1802 Adliges Gericht mit Untergericht, das Obergericht beim Amt Campen, 1807 - 1813 Kanton Königslutter, 1814 - 1825 Kreis-Gericht Königslutter, 1825 - 1850 Kreisamt/ Amt Königslutter, seit 1850 Kreisdir. /Landkreis Helmstedt, Ab 1850 Amtsgericht Königslutter

 

 

Das Dorf Scheppau bestand im Jahre 1760 - abgesehen vom adligen Gut - aus sieben Ackerhöfen, elf Kothöfen und zwei Brinksitzerstellen. Pfarrhaus, Pfarrwitwenhaus, Schulhaus, Hirtenhaus, Mühle und Krug vervollständigten das Bild des Dorfes.

Der Krug lag auf dem Dorfplatz; hier wurde Ducksteinbier ausgeschenkt, das aus Königslutter kam und seine besonderen Eigenschaften durch das ungewöhnlich harte, kalkhaltige Wasser der Lutter erhielt.

In dieser Gastwirtschaft (ass.Nr. 15 heute im Besitz von Kurt Kotzmann), wurde auch im Jahre 1888 der Gesangsverein des Dorfes Scheppau gegründet.

 

Jagd, Schäferei und Fischerei - es gab zwei Teiche in der Feldmark von zwei Morgen Größe - gehörten dem adligen Gute. Die Feldmark umfaßte 690 Morgen, davon gehörten 190 Morgen zum Gute.

Aus der Beschreibung des Dorfes im Jahre 1760 von Georg Friedrich Mitgau :

 

Die Scheppausche Feldmark grenzet westwerts und nordwerts an den Wold, ostwerts an das Rothencämper Feld, südwerts an das Borner Bruch.

 

- Das Hirtenhaus Nr. 7 --- ist vor kurzem erstlich neu gebauet. Es muß von der Gemeinde in Bau und Besserung gehalten werden, wozu die Ackerleute 2 Theile und die Kothsassen 1 Theil beitragen, zu verstehen, daß jeder Kothsasse das halb giebt, was ein Ackermann ganz geben muß.

 

- Der Krug Nr. 4 --- Kothsasse Lütge. Es wird von Königslutter Duckstein genommen und versellert.

 

- Kornzehnt --- größtenteils der Pfarre 392,23 M. Die Zehntpflichtigen müssen selbigen, der „Scheppzehnt“ ist, auf die Pfarre fahren und wird er von allen, was in Felde wachset, gezogen. Das fürstliche Amt Kampen zehnt von 37,61 M.

 

- Schäferey --- gehört zu hiesigen Adelichen Völkerschen Gute, die Gemeinde muß ihre Schafe den Sommer hindurch mit unter die Adeliche Heerde treiben. Pfänder wohnet mit in den Hirtenhaus und der Schweinehirte ist zugleich der Nachtwächter. Jagd gehört zu hiesigen Gut. Fischerey des Gutes in zwei Teichen. - Schmiede --- Brinksitzer Ziegeler Nr. 8, Gebäude, gemauerter Schornstein und mit Ziegeln gedeckt. Backhaus nicht.

Jeder Ackermann hat einen ledernen Eimer und zwei Kothsassen haben zusammen einen. Noch zwei Feuerhaken in der Gemeinde vorhanden.

 

- Viehzucht --- ist in gutem Stande und sit die Weide für selbige hinlänglich.

 

- Wassermühle Nr. 2 --- 1556 ist das Mühlenhaus neu „ut dem Wolde gebaut, durch Roleff von Garsenbüttel“, welche aber nicht viel bedeutet und der hiesigen Gemeinde nicht vorstehen kann. Es sind inzwischen in der Nachbarschaft Mühlen genug vorhanden, auf welche die hiesigen Einwohner mahlen können. Gebäude sind in ziemlichen Stande, mit einem gemauerten Schornstein und mit Stroh gedeckt.

 

Die Wassermühle wird angetrieben von dem kleinen Bach, der von Bornum kommt. Dieser schwillt im Winter und bey starken Regengüssn sehr an und verursacht dadurch häufig Überschwemmungen.

Die Wassermühle, welche dem hiesigen adeligen Gute gehörte, war deshalb mit Verwillung des Predigers ein Theil deselben durch den Pfarrgarten geleitet, wofür die Pfarre ihr Korn und Schrot frey zu mahlen das Recht hatte. Nachdem die Mühle verfallen, ist dieser Canal eingegangen und wieder mit dem Bache vereinigt.